Sunstone Lithium-Batterie mit Victron Wechselrichter verbinden: CAN-Kommunikation einrichten und prüfen

48V

LiFePO4 Batterie

Wechselrichter

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Sunstone Power

|  15.09.2026

Sunstone Power Lithium-Batterien können über den CAN-Bus mit Victron Wechselrichtern und Ladegeräten kommunizieren. Nach dem Aufbau der Kommunikation überwacht das System in Echtzeit Batteriespannung, Strom, Temperatur und Ladezustand (SOC), optimiert die Lade- und Entladeparameter anhand des tatsächlichen Batteriezustands, verlängert die Lebensdauer der Batterie und schützt über das Cerbo GX in Verbindung mit dem Wechselrichter vor Überladung, Tiefentladung, Überstrom und Übertemperatur.

Im Folgenden zeigen wir am Beispiel der Sunstone Power SLPO48-200 (48 V / 200 Ah LiFePO₄) Lithium-Batterie und des Victron MultiPlus 48 V / 3000 VA / 35-50 A Wechselrichters den vollständigen Ablauf von der Kommunikationsverkabelung über die Parametereinstellung bis zur Verifizierung.


Anschlussschritte

Sicherheitsvorbereitung

Vor Beginn der Arbeiten trennen Sie bitte alle Stromquellen, stellen Sie sicher, dass sich die Batterie im ausgeschalteten Zustand befindet, und tragen Sie isolierte Handschuhe. Hinweis: Bei einigen Geräten sind die Positionen von Plus- und Minuspol nicht fest vorgegeben. Prüfen Sie vor dem Anschließen unbedingt die Plus-/Minus-Kennzeichnung am Gehäuse und schließen Sie erst dann an.

Anschluss des DC-Hauptstromkreises

Verbinden Sie die DC-Klemmen der Batterie mit den DC-Klemmen des Wechselrichters. Prüfen Sie anschließend erneut, dass Plus an Plus und Minus an Minus angeschlossen ist.

Kommunikationskomponenten

Zwischen dem Victron MultiPlus und der Batterie wird ein Cerbo GX MK2 (Kommunikations-Gateway von Victron) benötigt, das die Daten bündelt und Befehle weiterleitet. Nach der Integration in das System meldet das Cerbo GX MK2 die Telemetriedaten der Batterie an VictronConnect und das VRM-Portal und leitet gleichzeitig die „Laden/Entladen erlaubt"-Signale der Batterie an den MultiPlus weiter.


Anschlussübersicht Cerbo GX MK2: VE.Bus für Wechselrichter, BMS-Can für Batterie | Sunstone Power

Abb. 1: Anschlussübersicht des Cerbo GX MK2 – VE.Bus (Wechselrichter) und BMS-Can (Batterie).


  • Der VE.Bus-Anschluss des Cerbo GX MK2 wird mit dem MultiPlus verbunden.
  • Der BMS-Can-Anschluss des Cerbo GX MK2 wird mit dem CAN-Kommunikationsanschluss der Batterie verbunden.

Kommunikationskabel und Abschlusswiderstände

  • Cerbo GX ↔ MultiPlus (VE.Bus): Verwenden Sie ein Standard-RJ45-UTP-Patchkabel von Victron (keine spezielle Pin-Belegung, kein Widerstand). Der VE.Bus benötigt keine Abschlusswiderstände.
  • Cerbo GX ↔ Batterie (BMS-Can): Verwenden Sie ein kundenspezifisches Kabel mit folgender RJ45-Pin-Belegung:
    • Cerbo GX-Seite: Pin 7 und 8 der BMS-Can RJ45-Buchse (CAN-H / CAN-L)
    • Sunstone Batterieseite: Pin 1 und 2 der CAN-RJ45-Buchse
  • Abschlusswiderstand (120 Ω) – es wird nur einer benötigt (siehe gelbe Markierung in der Abbildung):
    • Cerbo GX-Seite: Stecken Sie einen 120-Ω-Abschlusswiderstand (Terminator) in die nicht verwendete zweite RJ45-Buchse des BMS-Can. Beim Cerbo GX liegen zwei Terminatoren bei – verwendet wird nur einer, der zweite bleibt als Ersatzteil unbenutzt.
    • Batterieseite: Hier ist kein zusätzlicher Abschlusswiderstand erforderlich.
    • Der VE.Bus erhält keinen Abschlusswiderstand. Gemäß Victron-Handbuch sind für VE.Bus keine Abschlusswiderstände erforderlich; ein nicht verwendeter VE.Bus-Anschluss bleibt einfach frei.
Kommunikationsverbindung zwischen Sunstone Lithium-Batterie und Victron Wechselrichter | Sunstone Power

Abb. 2: Übersicht der Kommunikationsverbindung zwischen Batterie, Cerbo GX und Wechselrichter.

Stromversorgung des Kommunikationsmoduls

Schließen Sie gemäß der Kennzeichnung am Cerbo GX die Stromversorgung an den Power-in-Anschluss an: 8–70 V DC. Das Cerbo GX MK2 arbeitet laut offizieller Spezifikation mit einer Eingangsspannung von 8–70 VDC und kann direkt aus dem 48-V-Batteriesystem versorgt werden.

Power-in-Anschluss des Cerbo GX mit 8-70 VDC | Sunstone Power

Abb. 3: Der Power-in-Anschluss des Cerbo GX ist für 8–70 VDC ausgelegt.


Beispiel der Stromversorgungsverkabelung des Cerbo GX | Sunstone Power

Abb. 4: Beispiel der Stromversorgungsverkabelung des Cerbo GX.

Kontrolle vor dem Einschalten

Nach Abschluss aller Verkabelungen prüfen Sie nochmals Polarität, Pin-Belegung und Abschlusswiderstände. Erst danach schalten Sie den Leistungsschalter der Batterie ein, um mit der Einstellung der Kommunikationsparameter zu beginnen.


Einstellung der Batterie-Kommunikationsparameter

1. Schalten Sie den an der Batterie integrierten Leistungsschalter ein und drücken Sie anschließend den runden SW-Schalter (Ein-/Ausschalter) rechts neben dem Display am Batteriepanel, um das Display einzuschalten.
2. Drücken Sie die weiße Taste DOWN auf der rechten Seite des Displays, um den Cursor („>" links im Display) auf Choose PROT zu bewegen, und bestätigen Sie mit ENTER.
3. Wählen Sie auf der Seite für den Protokolltyp mit DOWN die Option CAN Protocol und bestätigen Sie mit ENTER.

Auswahl des Protokolltyps CAN Protocol am Batteriedisplay | Sunstone Power

Abb. 5: Auswahl des Protokolltyps – CAN Protocol.


4. Wählen Sie in der Liste der Wechselrichter-Marken mit DOWN die Option VICTRON INV und bestätigen Sie mit ENTER.
Auswahl VICTRON INV in der Wechselrichter-Liste am Batteriedisplay | Sunstone Power

Abb. 6: Auswahl des Wechselrichter-Protokolls – VICTRON INV.


5. Das Display zeigt „Setting Successful" an – die Kommunikationsparameter der Batterie wurden erfolgreich gesetzt.
6. Schalten Sie den Wechselrichter ein und warten Sie einige Sekunden:
- Die LED-Anzeige des Wechselrichters leuchtet ordnungsgemäß.
- Die WLAN-LED des Cerbo GX leuchtet dauerhaft, die Bluetooth-LED blinkt. Damit ist die physische Kommunikationsverbindung hergestellt.

Verifizierung der Kommunikation

Das Display der Batterie zeigt nicht an, ob die Kommunikation erfolgreich ist. Die Prüfung erfolgt über die VictronConnect-App.

VictronConnect-App installieren

Laden Sie die App VictronConnect aus dem App Store bzw. bei Google Play herunter und installieren Sie sie (verfügbar für iOS und Android).

Mit dem WLAN-Hotspot des Cerbo GX verbinden

Aktivieren Sie WLAN und Bluetooth am Smartphone. Scannen Sie den QR-Code auf dem Aufkleber an der Oberseite des Cerbo GX (oder geben Sie WIFI NETWORK und WIFI KEY vom Aufkleber manuell ein), um sich mit dem vom Cerbo GX bereitgestellten Hotspot zu verbinden. Führen Sie die Bluetooth-Kopplung mit dem BLUETOOTH PIN vom Aufkleber durch.

Aufkleber des Cerbo GX mit WIFI NETWORK, WIFI KEY und BLUETOOTH PIN | Sunstone Power

Abb. 7: Aufkleber des Cerbo GX mit WIFI NETWORK, WIFI KEY, BLUETOOTH PIN, ETH MAC und VRM ID.

Daten über die Remote Console prüfen

Öffnen Sie die VictronConnect-App, wählen Sie das verbundene Cerbo GX aus und tippen Sie anschließend innerhalb der App auf Remote Console. Daraufhin öffnet sich die Echtzeit-Konsole des Cerbo GX.

  • Auf der Seite Device List sehen Sie den Betriebszustand des MultiPlus-48/3000/35-50 (z. B. Inverting / Charging / Float) sowie den Eintrag der Batterie.
  • Da die Sunstone SLPO48-200 ihre Daten über ein zu Pylontech kompatibles CAN-Protokoll an Victron meldet, wird der Batterieeintrag in der Geräteliste standardmäßig als „Pylontech battery" angezeigt. SOC (%), Spannung (V) und Strom (A) sind als Echtzeitwerte ablesbar.
  • Kriterium für erfolgreiche Kommunikation: In der Device List werden SOC und Spannung der Batterie korrekt angezeigt.
    Remote Console: Batteriedaten werden als Pylontech battery angezeigt | Sunstone Power

    Abb. 8: Remote Console – Batteriedaten (88 %, 49,93 V) werden als „Pylontech battery" angezeigt.

Hinweis zu den Screenshots: Die in diesem Artikel gezeigten Screenshots (Kommunikationsstatus sowie Batteriedaten) zeigen die Seite 172.24.24.1. Dies ist die Ansicht der Remote Console innerhalb der VictronConnect-App – sie wird nicht durch manuelle Eingabe der Adresse in einem Browser aufgerufen.


Parallelschaltung und Kommunikation mehrerer Batterien

Anschlüsse erkennen

Die Sunstone SLPO48-200 verfügt an der Frontseite über drei RJ45-Buchsen:

RJ45-Anschlüsse der Sunstone-Batterie: CAN/RS485(P) und CAN/RS485(C) | Sunstone Power

Abb. 9: RJ45-Anschlüsse der Batterie – CAN/RS485(P) für die Parallelschaltung und CAN/RS485(C) für die externe Kommunikation.

  • CAN/RS485(P) × 2: Kommunikationsanschlüsse für die Parallelschaltung, zum Anschluss mehrerer Batterien untereinander.
  • CAN/RS485(C) × 1: Externer Kommunikationsanschluss zum Anschluss an das Cerbo GX.

Verkabelung der Parallelschaltung

Schematische Darstellung der Parallelschaltung mehrerer Sunstone-Batterien | Sunstone Power

Abb. 10: Schematische Darstellung der Parallelschaltung mehrerer Batterien.

  • Verbinden Sie die Batterien mit Standard-RJ45-Netzwerkkabeln über die CAN/RS485(P)-Anschlüsse untereinander (Daisy-Chain).
  • Verbinden Sie eine Batterie (in der Regel die Master-Batterie) über den CAN/RS485(C)-Anschluss mit dem BMS-Can-Anschluss des Cerbo GX.
  • Setzen Sie einen 120-Ω-Abschlusswiderstand in die nicht verwendete RJ45-Buchse der BMS-Can-Gruppe des Cerbo GX. Ein zweiter Abschlusswiderstand an der Batterieseite ist nicht erforderlich.

Adressvergabe der Batterien

ADDRESS-DIP-Schalter der Sunstone-Batterie zur Adressvergabe | Sunstone Power

Abb. 11: Der 6-fache ADDRESS-DIP-Schalter zur Adressvergabe.

Die Adressen werden über den ADDRESS-DIP-Schalter (6-fach) an der Batteriefront vergeben:

  • Die Master-Batterie erhält die Adresse 1.
  • Die weiteren Batterien erhalten nacheinander die Adressen 2, 3, 4 …
  • Die genaue DIP-Schalter-Tabelle entnehmen Sie bitte der mitgelieferten Bedienungsanleitung der Batterie.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Welche Batterien von Sunstone Power kommunizieren mit Victron Wechselrichtern?

A: Die Lithium-Batterien von Sunstone Power in der überarbeiteten Version mit dem aktualisierten BMS kommunizieren über den CAN-Bus mit Victron Wechselrichtern und Ladegeräten. Ältere Batterieversionen mit dem ursprünglichen BMS sind hierzu nicht in der Lage. Voraussetzung ist ein Cerbo GX (bzw. ein anderes GX-Gerät) als Kommunikations-Gateway sowie die Auswahl des Protokolls „VICTRON INV" im Batteriemenü.

Äußeres Erkennungsmerkmal: Die überarbeitete Version verfügt über einen integrierten Leistungsschalter an der Batterie. Ist ein solcher Leistungsschalter vorhanden, handelt es sich um die neue Version mit aktualisiertem BMS.

Hinweis für ältere Batterien: Bei einigen Chargen der älteren Version ist ein Austausch des BMS gegen die aktualisierte Version möglich. Ob dies auf Ihre Batterie zutrifft, prüfen wir gerne anhand der Seriennummer – bitte kontaktieren Sie dazu unseren Support.

F: Warum wird meine Sunstone-Batterie in der VictronConnect-App als „Pylontech battery" angezeigt?

A: Die Sunstone SLPO48-200 meldet ihre Daten über ein zu Pylontech kompatibles CAN-Protokoll an das Victron-System. Der Eintrag „Pylontech battery" in der Geräteliste ist daher zu erwarten und beeinträchtigt weder die Datenanzeige noch die Schutzfunktionen. SOC, Spannung und Strom werden korrekt übertragen.

F: Wie viele Abschlusswiderstände werden für die CAN-Kommunikation benötigt?

A: Es wird nur ein 120-Ω-Abschlusswiderstand benötigt. Er wird in die nicht verwendete RJ45-Buchse der BMS-Can-Gruppe des Cerbo GX gesteckt. Beim Cerbo GX liegen zwei Terminatoren bei – der zweite bleibt als Ersatzteil unbenutzt. An der Batterieseite sowie am VE.Bus ist kein Abschlusswiderstand erforderlich. Dies entspricht dem von Victron für die Kommunikation mit kompatiblen CAN-Bus-BMS-Batterien beschriebenen Vorgehen.

F: Welche Spannung benötigt das Cerbo GX MK2?

A: Das Cerbo GX MK2 wird über den Power-in-Anschluss mit 8–70 VDC versorgt. In einem 48-V-System kann es direkt aus der Batterie gespeist werden. Das mitgelieferte DC-Kabel enthält eine träge Sicherung mit 3,15 A.

F: Wie prüfe ich, ob die Kommunikation zwischen Batterie und Wechselrichter funktioniert?

A: Das Batteriedisplay zeigt keinen Kommunikationsstatus an. Öffnen Sie die VictronConnect-App, verbinden Sie sich mit dem Cerbo GX und rufen Sie die Remote Console auf. In der Device List müssen der Wechselrichter und der Batterieeintrag mit SOC, Spannung und Strom erscheinen.

F: Wie viele Batterien kann ich parallel schalten?

A: Mehrere Batterien werden über die CAN/RS485(P)-Anschlüsse als Daisy-Chain verbunden; die Adressen werden über den ADDRESS-DIP-Schalter fortlaufend vergeben (1, 2, 3 …). Die maximal zulässige Anzahl paralleler Batterien sowie die genaue DIP-Schalter-Tabelle entnehmen Sie bitte der Bedienungsanleitung Ihrer Batterie.


Hinweis: Diese Anleitung basiert auf dem Aufbau mit einem Victron MultiPlus 48 V / 3000 VA / 35-50 A und einer Sunstone SLPO48-200. Abweichungen bei Firmware-Ständen, Kabelbelegungen oder GX-Geräten sind möglich. Prüfen Sie vor der Installation stets die aktuellen Handbücher von Sunstone Power und Victron Energy.